Wie Jugendliche ihr Geld anlegen

Lesezeit ca: 8 Minuten

Vier Jugendliche aus Heidelberg verbindet ein gemeinsames Thema: Ihre Finanzen! In unserem Interview sprachen wir u.a. über wegbegleitende Menschen, wie die Jugendlichen ihr Geld anlegen und ob man über Geld nun spricht oder nicht.

Wie Jugendliche ihr Geld anlegen. Das erzählen uns in diesem Interview die Financial Youngsters.
v.l. Florian, Finn, Anna-Lena und Lukas

Lasst euch nun am besten selbst von den Financial Youngsters in diesem Interview inspirieren! 

Interview

Finanzkidz: Liebe Financial Youngsters, wir sind begeistert, dass ihr euch sehr leidenschaftlich auf eurer Website, auf YouTube und Instagram mit dem Thema Finanzen beschäftigt. Dürfen wir gleich am Anfang fragen wie alt ihr seid?

Finn: Klar: Ich bin 16 Jahre alt.

Florian: Ich bin (noch) 15

Lukas: Ich bin 15.

Anna-Lena: 15

Wie seid ihr in diesem Alter auf das Thema Finanzen aufmerksam geworden?

Finn: Als ich neun Jahre alt war, hat mir mein Papa das Hörbuch „Ein Hund namens Money“* geschenkt. So war ich schon in diesem Alter Feuer und Flamme für das Thema. Dies hat aber wie bei vielen Kindern in diesem Alter nur 2-3 Wochen angedauert. Als ich dann etwa drei Jahre später mitbekommen habe, dass es Aktien gibt, wollte ich wissen, wie das funktioniert und natürlich auch selber investieren.

Ich fand heraus, dass mein Papa schon vor vielen Jahren für mich in Wertpapiere investiert hat. Jetzt aber wollte ich selbst (mit)entscheiden. Wie viele andere Menschen habe auch ich mit meiner ersten Investition Verlust gemacht. So war ich verschreckt und habe mich erst einmal zurückgezogen. Vor etwa zwei Jahren hat dann ein Freund in meiner Parallelklasse mich auf das Programmieren gebracht. Ich probierte dies aus, kam aber mit dem Quellcode nicht so zurecht. Da hatte ich, als ich mit dem Fahrrad von der Schule nach Hause gefahren bin die Idee, eine Website über Finanzen zu erstellen, die sich an junge Menschen richtet. Am 23.09.2019 war es dann so weit und sie ging online.

Florian: Durch meinen Freund Finn, der mir viel darüber erzählt hat. Ich konnte aber auch immer meinen Vater oder Opa fragen, wenn ich etwas wissen wollte.

………………..

“Ich fand heraus, dass mein Papa schon vor vielen Jahren für mich in Wertpapiere investiert hat. Jetzt aber wollte ich selbst (mit)entscheiden.”

………………..

Lukas: Bei mir war es so, dass meine Oma sich bei uns in der Familie mit dem ganzen Thema beschäftigt und irgendwann hat es dann auch angefangen mich zu interessieren, da ich der Meinung bin, dass es sehr wichtig ist früh anzufangen sich mit dem Thema zu beschäftigen. Besonders weil es in der Schule nicht wirklich behandelt wird, muss man sich eben selbst damit auseinandersetzen und dabei wollen wir jungen Menschen mit unserer Website helfen. Auch wenn ich fairerweise sagen muss, dass Finn bei uns eindeutig der ist, der sich am besten mit dem ganzen Thema und besonders auch umfassender auskennt. Das denke ich sollte einen aber nicht davon abhalten zu investieren, denn dafür muss man kein Finanzgenie sein.

Gab es eine Person, welche euch besonders inspirierte?

Finn: Natürlich hat mein Papa einen Riesen-Anteil daran, dass ich schon in meinem jungen Alter in Wertpapiere investiere und investieren darf. Er hat mir auch einige Bücher empfohlen. Inspiriert hat mich da auch Sean Covey mit seinem Buch „Die 7 Wege zur Effektivität für Jugendliche“*. Da geht es darum, nicht nur Ideen zu haben, wie diese Website, sondern dranzubleiben und diese auch umzusetzen.

………………..

“Besonders weil es in der Schule nicht wirklich behandelt wird, muss man sich eben selbst damit auseinandersetzen und dabei wollen wir jungen Menschen mit unserer Website helfen.”

………………..

Laut aktuellen Umfragen spricht nur jeder zweite Jugendliche gerne über Geld. Bei den Mädchen sogar nur jede Dritte. Wie steht ihr zu der weit verbreiteten Meinung „Über Geld spricht man nicht“?

Finn: Eine sehr gute Frage. Die Aussage ist komplett falsch. Genau deshalb verlieren heute ja viele Menschen Geld – weil sie wenig Ahnung haben, sich schlecht beraten lassen und mit niemandem darüber sprechen. Ich finde: Über Geld muss man sprechen. Je mehr, desto besser. Natürlich sollte man den Kontostand nicht verraten oder wie viele Aktien man im Depot hat. Nur wenn man über solche Themen spricht, kann man sich dabei verbessern.

Florian: Da stimme ich grundlegend zu, ich würde meinem Freund auch nicht erzählen, wie viel Geld ich genau habe. Allerdings rede ich sehr wohl darüber, wie ich mein Geld verdiene bzw. vermehre.

Lukas: Puh, finde ich ein schwieriges Thema. Also ich glaube ich kann da für Finn und mich sprechen, wenn ich sage, dass wir beide kein Problem haben allgemein über Investments, lohnende Aktien etc. zu sprechen, aber wir kennen nicht das jeweils andere Depot im Detail oder wie viel Geld investiert ist beziehungsweise wie viel Geld wir insgesamt besitzen. Das heißt nicht, dass wir nicht preisgeben worin wir investiert haben, aber die genauen Zahlen kennen wir nicht. (Das ist vielleicht eine etwas konservativere Meinung, als die, die viele unserer Kollegen in diesem Bereich haben, aber das ist nun mal meine Meinung.) 

Anna-Lena: Ich finde es völlig ok über Geld zu sprechen, da nun mal jeder Mensch heutzutage Geld braucht, um zu überleben. Man sollte aber definitiv nicht damit angeben, wie viel Geld man hat, aber es ist vollkommen ok und auch sehr hilfreich darüber zu reden, wie man z.B. sein Geld vermehren kann. 

………………..

“Ich finde es völlig ok über Geld zu sprechen, da nun mal jeder Mensch heutzutage Geld braucht, um zu überleben.”

………………..

Eine weitere Studie der Postbank hat nun gezeigt, dass jeder zweite Deutsche sein Geld auf dem Girokonto „anlegt“. Was macht ihr mit eurem Geld?

Finn: Zuvor: Ist das nicht unglaublich? Heutzutage sollte doch jeder wissen, dass man mit seinem Geld auf dem Girokonto effektiv Minus macht. Jedes Jahr. Also, nochmals: Wir müssen mehr über Geld reden!

Ich selbst bin ja jung und habe einen jahrzehntelangen Anlagehorizont. Deshalb investiere ich 80% in Aktien, Tracker-Zertifikate und ETFs. Die restlichen 20% habe ich auf meinem Tagesgeldkonto – sollte mal ein richtiger Crash am Aktienmarkt kommen, werde ich zu extrem günstigen Kursen kaufen.

Florian: Mein Taschengeld und erarbeitetes Geld liegt aktuell auf einem Girokonto, da ich es auch verfügbar brauche. Mein Vater verwaltet allerdings Geld von mir (was ich dann mit 18 bekomme) und dieses investiert er auch.

Auf eurer Website empfehlt ihr allen jungen Leuten in Aktien zu investieren. Welche Vorteile seht ihr in dieser Anlageform?

Finn: Ich sage nur: Tina! Das ist die Abkürzung für „There is no alternative“. Ich könnte umgekehrt fragen: Was gibt es denn für Alternativen? Vielleicht eine Immobilie – die kann ich mir aber definitiv nicht leisten. Alle anderen Anlageformen sind entweder mit starkem Risiko behaftet oder die Rendite ist verschwindend gering. Also: Es gibt keine Alternative zu Aktien.

………………..

Ich sage nur: Tina! Das ist die Abkürzung für ‘There is no alternative‘.”

………………..

Ich möchte bei dieser Frage ein klein wenig tiefer gehen. Da wir überzeugt davon sind, dass die Weltwirtschaft langfristig immer weiter wachsen wird, gehen wir davon aus, dass auch die Umsätze und Gewinne der Unternehmen mitwachsen – und deren Aktienkurse entsprechend steifen. Als Aktionär gehört mir ja quasi ein minikleiner Teil eines Unternehmens und so partizipiere ich auch am Gewinn. 

Wir verfolgen die Strategie, langfristig zu denken. Als junge Menschen können wir Korrekturen, Rezessionen und sogar einen Crash locker aushalten. Als Beispiel nehme ich die Facebook Aktie, die ich 2017 gekauft habe. Ein Jahr später war ein Riesen-Skandal und sie ist um knapp 50% eingebrochen. Ich habe aber an das Geschäftsmodell geglaubt und habe diese Aktie heute immer noch. Diese Strategie nennt man auch Buy & Hold. Natürlich gibt es auch hier Ausnahmen. Wenn du kein Vertrauen mehr in ein Unternehmen hast, wie ich in Commerzbank, solltest du diese Aktie verkaufen.

………………..

Als Aktionär gehört mir ja quasi ein minikleiner Teil eines Unternehmens und so partizipiere ich auch am Gewinn.

………………..

Die ausführlichen Artikel und Beispiele auf eurer Website zeigen, dass ihr euch ein enormes Börsenwissen angeeignet habt. Woher kommt diese Begeisterung für das Thema Aktien/ETFs?

Finn: Ach, das ist einfach ein geiles Thema! So vielfältig, so facettenreich. Man kann nie alles abdecken und muss sich immer weiterbilden. Außerdem können junge Menschen wie du und ich ihr Geld damit super vermehren.

Florian: Ich habe erkannt, dass man damit sehr einfach und (wenn man ein paar „Gefahren“ beachtet) auch relativ sicher sein Geld vermehren kann. Aber wie gesagt muss man auf ein paar Sachen achten, deswegen haben wir so ausführliche Artikel geschrieben.

Welche Finanzbücher könnt ihr Jugendlichen in eurem Alter besonders ans Herz legen?

Finn: Auf unserer Website haben wir eine Seite mit Büchern und Hörbüchern, die wir  empfehlen. Vor allem das Hörbuch „Ein Hund namens Money“* und „Felix und das liebe Geld“* sind sehr zu empfehlen.

Habt ihr sonst noch Tipps für alle bisherigen „Finanzmuffel“?

Finn: An alle „Finanzmuffel“: Wenn ihr dieses Thema schwer zu verstehen findet, könnt ihr einen Börsenführerschein bei bvh machen. Und wir bei FY versuchen wirklich, alle Begriffe so einfach wie möglich zu erläutern. Meist verbirgt sich hinter hochtrabenden Namen was ganz einfaches.

Lukas: Man sollte sich mal mit dem Thema anfangen zu beschäftigen. Viele haben einfach durch ihre Eltern und Co. oft noch die Meinung, dass Aktien ein sehr dubioses und undurchsichtiges ja vielleicht sogar korruptes Geschäft ist. Beschäftigt man sich aber mal etwas tiefer damit, stellt man schnell fest wie lohnenswert es ist und, dass es eben nicht so riskant sein muss, da es ja auch sehr sichere aber deutlich rentablere Anlagestrategien gibt. Aber diese verschiedenen Möglichkeiten erklären wir ja auf FinancialYoungsters im Detail mit allen Vor – und Nachteilen.

………………..

“Meist verbirgt sich hinter hochtrabenden Namen was ganz einfaches.”

………………..

Was ist die „Mission“ eurer Website?

Finn: Wir bei Financial Youngsters möchten so viel  junge Menschen wie möglich erreichen, damit diese sich von ihrem Sparbuch losreißen und in Aktien investieren. 

Das ist unsere Vision.

Florian: Wir wollen vor allem junge Leute erreichen, die sich das (durchaus komplexe) Thema Finanzen noch nicht zutrauen. Wir wollen sie ermutigen ihr Geld in Aktien anzulegen, und nicht nur auf einem Bankkonto mit 0,000001 % Zinsen 😊

Lukas: Wir wollen möglichst viele Menschen erreichen und ihnen beibringen wie man besser mit Geld umgehen kann.

Anna-Lena: Jungen aber auch älteren Menschen unser Wissen über Aktien und die Börse zu vermitteln, damit diese auch die Chance haben ihr Geld auf eine sinnvolle Art und Weise anzulegen und zu vermehren, um später im Leben gut finanziell gerüstet zu sein.

………………..

“Wir bei Financial Youngsters möchten so viel  junge Menschen wie möglich erreichen, damit diese sich von ihrem Sparbuch losreißen und in Aktien investieren.”

………………..

Auf welchen Kanälen können euch Gleichaltrige erreichen? 

Finn: Wir sind vor allem auf Instagram aktiv und posten dort regelmäßig Aktien mit einem langfristigen Anlagehorizont, aber auch Erklärungen zu verschiedenen Begriffen. Außerdem sind wir noch auf Youtube vertreten. Und natürlich auf unserer Website.

Lukas: Wenn es jetzt um ganz allgemeine Fragen zu einem Thema geht kann man natürlich gerne auf unserer Website einen Kommentar unter dem jeweiligen Thema da lassen bzw. natürlich auch in den Instagram und YouTube Kommentaren.Wenn es aber um persönlichere direkte Fragen geht oder auch immer gerne Verbesserungsvorschläge, gibt es ein Kontaktformular auf unserer Website. Man kann uns aber auch eine E-Mail an ‚Kontaktmail einfügen’ senden oder per Instagram DirektNachricht, wenn man das möchte. Wir sind für alles offen. 

Liebe Financial Youngsters, vielen Dank für dieses inspirierende Interview! Wir wünschen euch, dass ihr ganz viele Jugendliche erreicht und zum ersten Schritt inspirieren könnt!  

Wir möchten euch darauf hinweisen, dass es sich bei allen mit gekennzeichneten Bücher um Affiliate-Links handelt! Wenn du über unseren Link eine Bestellung tätigst, entstehen dir keinerlei Nachteile oder zusätzliche Kosten. Wir erhalten für deinen Einkauf nur eine kleine Provision, von der wir unsere Website finanzieren können! Wir gehen mit diesen Anzeigen verantwortungsvoll um und empfehlen nur Produkte, die wir euch guten Gewissens ans Herz legen können.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.