Kaufen sich Ihre Kinder gerne eine Kinder- oder Jugendzeitschrift? Ja?

Dann möchten wir nun mit Ihnen einen gemeinsamen Blick auf die jeweiligen Werbetricks bei diesen Zeitschriften und die entwicklungspsychologischen Zusammenhänge werfen. Sie spielen natürlich eine Rolle für die Werbung. Je Altersstufe gibt es unterschiedliche Gewichtungen der Konzentrationsspannen. Die Identifikation mit Vorbildern passt sich je Altersstufe ebenfalls an und wird von der Werbung genutzt. 

Der Taschengeldparagraph 

Durch den Taschengeldparagraph den sind die Kinder befugt selbstständig und ohne Einwilligung der Eltern kleinere Anschaffungen, wie Süßigkeiten oder Zeitschriften zu tätigen. Aus diesem Grund ist es noch wichtiger, dass Sie Aufklärungsarbeit leisten.

Kinderzeitschriften (6 – 12 Jahre)

  • Give Aways sollen zum Kauf verlocken. Kommt es Ihrem Nachwuchs nur auf das beiliegende Spielzeug an oder interessiert er sich auch für den Inhalt der Zeitschrift? Diese Spielsachen kosten den Verlag in der produzierten Menge so wenig Geld, dass er es ohne Gewinneinbußen verschenken kann. Dabei orientieren sich die beiliegenden Geschenke durchaus an geschlechtlichen Unterschieden

  • Werbeanzeigen verstecken sich zwischen den Comics und Inhalten! Drei Seiten Comic – zwei Seiten Werbung und sie wundern sich nach ein paar Tagen, wieso Ihr Kind nun das plötzliche Verlangen nach dem neuen Spielzeug DD hat! Sie können diese Werbungen gerne mit Ihren Kindern besprechen. Bei einigen Zeitschriften sind sie sogar mit „Anzeige“ auf der jeweiligen Seite gekennzeichnet. 

  • Gewinnspiele sollen Ihre Kinder dazu verleiten, dass Sie Ihre Anschrift und E-Mail Adresse entweder per Post oder Internet an den Verlag senden! So zahlen Sie vorerst zwar „nur“ mit Ihren Daten aber durch die folgenden Werbemails, werden Sie möglicherweise schon bald Ihre Geldbörse öffnen. 

Jugendzeitschriften (12 – 15 Jahre) 

  • Die magische Zahl Neun vermittelt den jungen Heranwachsenden, dass die Zeitschrift ja gar nicht so teuer ist. Perfekt, denn das Taschengeld muss noch ein paar Wochen reichen! Jedoch handelt es sich hierbei auch um einen Marketingtrick. So ist der Preis von 2,99 Euro am ersten Blick eher der 2 näher als der 3! Werbepsychologen haben herausgefunden, dass wir Menschen zuerst auf die erste Ziffer schauen und diese mehr gewichten. 

  • Inhaltliche Beiträge verschwimmen immer mehr mit Werbung und werden auch nicht mehr als solche gekennzeichnet. Blättert man Jugendzeitschriften durch, lässt sich sehr schwer zwischen diesen beiden Seiten unterscheiden. So wird der angesagte Star präsentiert und daneben eine Übersicht welche Klamotten er trägt und woher er diese hat. Hier greift die Werbung durchaus auf die Entwicklungspsychologie zurück, denn durch die Pubertät durchlaufen die Jugendlichen verschiedene Phasen zur Identitätsfindung und dabei orientieren sie sich an Stars und Sternchen. 

  • Gewinnspiele gibt es natürlich auch bei Jugendzeitschriften. Sie verfahren nach dem gleichen Schema. Trägt sich ihr Kind online ein, wird es mit neuer Werbung in Form von E-Mails konfrontiert. 

  • Give Aways gibt es natürlich auch in dieser Altersstufe. Dabei handelt es sich nicht mehr um bunte Spielsachen, sondern bspw. um Tattoos, die Stars tragen. Hier wird wieder auf die Identifikation abgezielt! 
Give Away bei Jugendzeitschriften