3 Milliarden Euro! Soviel Geld haben Kinder und Jugendliche im Alter von 4 bis 13 Jahren jährlich zur Verfügung, wie die Kinder-Medien-Studie 2019 aufgezeigt hat. Eine immense Kaufkraft, die durch Taschengeld und Geldgeschenke ermöglicht wird. Wir möchten euch aus diesem Grund in diesem Artikel Tipps und Aktivitäten aufzeigen, wie Sparen lernen bei Kindern spielerisch gelingen kann.

Wann ist mein Kind soweit Sparen zu lernen?

Seine eigenen (materiellen) Wünsche zu benennen und dementsprechend Geld für einen längeren Zeitraum zur Seite zu legen, erfordert einen kognitiven Weitblick, der aus entwicklungspsychologischer Sicht im Grundschulalter erreicht wird. 

Die Aufmerksamkeit verbessert sich im Grundschulalter in dreifacher Form. Besonders relevant für das Sparen ist aber die selektive Aufmerksamkeit. Dein Kind ist in der Lage relevante Informationen für das jeweilige Ziel zu beachten und unwichtiges zu ignorieren. 

Zudem stellen Kinder in dieser Altersklasse bereits Preisvergleiche an und fragen sich konkret, für was sie ihr Geld ausgeben möchten. 

Das Gedächtnis entwickelt sich ebenfalls rasant weiter. Das Gehirn organisiert und gruppiert nun verwandte Bestandteile miteinander. Hat sich ein Kind beispielsweise bereits im Kindergartenalter mit Geldmünzen befasst, werden nun neue Informationen wie das Aussehen einer ausländischen Euromünze geschickt zu dem vorhandenen Wissen eingeordnet. Zudem werden mehrere Informationen in Beziehung gesetzt. Wenn ein Kind nun z. B. eine Münze sieht und eine Person, stellt es sich möglicherweise vor wie diese Person mit der Münze an der Kasse bezahlt. 

Diese Gedächtnisentwicklungen sind ebenfalls besonders wichtig, wenn es um das Sparen lernen geht, da dieser Vorgang sehr abstrakt ist. 

Klein anfangen und nicht überfordern 

Im besagten Alter, kommt es auf natürliche Weise zu einem Abfall des Selbstwertgefühls. Dies hängt mit Vergleichen zusammen aber sollte von den Bezugspersonen im Hinterkopf behalten werden, wenn sie neue Themenfelder einführen. Sie sollten am besten nicht überfordern, denn das senkt das Selbstwertgefühl zusätzlich und führt zu Frust.

Wir haben euch aus diesem Grund drei Tipps zusammengestellt, wie ihr eurem Kind das Thema ganz nebenbei beibringt:

TIPP 1: Sei ein Finanzvorbild für dein Kind

Kinder lernen von Personen, zu denen sie eine emotionale Bindung pflegen. Die sie begeistern und positiv mitreißen. Meistens sind es die Eltern oder andere nahe Bezugspersonen. Mit dieser großen Ehre, wächst aber auch die Verantwortung und aus diesem Grund ist es wichtig, sich an die eigene Nase zu fassen. Wenn du jeden Tag 10 Euro für das Fenster rauswirfst, wird dich dein Kind gut dabei beobachten und es dir irgendwann gleich tun. Packst du jedoch jede Woche das angesammelte Kleingeld vom Geldbeutel in eine Spardose, wird dir dein Kind irgendwann von ganz allein helfen wollen. 

TIPP 2: Rede in deiner Familie über Geld

Und hier meine ich nicht solche Sätze, wie „Das können wir uns aber nicht leisten!“. Erzähl ruhig deiner Familie davon, dass du diese Woche am Flohmarkt 50 Euro durch Verkäufe eingenommen oder deine Aktien dieses Monat Dividenden abwerfen. Irgendwann wird dein Kind neugierig und will mehr über das Thema erfahren. 

TIPP 3: Beziehe dein Kind partizipativ mit ein 

Lass dein Kind an deinen (finanziellen) Tätigkeiten – altersgerecht – teilhaben. Es kann zum Beispiel tatsächlich die Geldmünzen in die Spardose stecken. Das fördert durch die Haptik des Geldes die Sinne und das Geldverständnis. Wie schwer ist eine 10-Cent-Münze und wie schwer eine 2-Euro-Münze? Durch den Transfer vom Geldbeutel in die Spardose wird ebenfalls die Feinmotorik geschult. 

Im Zusammenhang mit den Tipps, haben wir auch zwei praktische Aktivitäten für euch herausgesucht. 

Aktivität 1: Finanzbücher zum Thema Sparen lesen

Setzt euch gemeinsam hin und schaut euch Bücher zum Thema Sparen an. Hier kann das Thema super aufgegriffen und besprochen werden. Mein Tipp ist hier das Buch: „Manni möchte mehr: Das Buch zum Thema Sparen“ von Matthias Bongartz für euch. Es beinhaltet zwei kurze Geschichten und lässt sich super mit unserem zweiten Tipp kombinieren. 

Aktivität 2: Werdet selbst aktiv

Kinder lernen am besten, wenn sie selbst aktiv werden. Ihr könnt zum Beispiel selbst eine Spardose basteln!

Dazu braucht ihr nicht viel. Als Spardose eignet sich auch ein altes durchsichtiges Marmeladenglas. Das hat sogar den Vorteil, dass dein Kind den Sparfortschritt genau beobachten kann. Das wirkt sich positiv auf die Motivation aus. 

Ihr könnt auch anderweitig kreativ werden. Eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. 

Wunschdosen selbst gemacht. Sie sind an das 3-Konten-Modell angelehnt.

In unserem eBook „Spielerisch finanzstarke Kinder: 22 Do-it-Yourself-Ideen für eine erfolgreiche Zukunft” findet ihr noch weitere Aktivitäten zum Thema Sparen. 

Wer mit dem 3-Konten-Modell vertraut ist, kann auch seinen Kindern das System spielerisch ab dem Grundschulalter näher bringen. Dazu empfehlen wir aber, dass dein Kind bereits mit dem Prozess des Sparens an sich vertraut ist. 

Grundvorraussetzung für das Sparen ist natürlich, dass dein Kind ein wenig Geld zur Verfügung hat. Habt ihr schon Taschengeld eingeführt? Dieser Artikel kann euch vielleicht dabei helfen!

Jetzt hoffen wir, dass in diesem Artikel hilfreiche Tipps für euch dabei waren. Habt ihr noch andere Ideen? Schreibt es gerne in die Kommentare!