Zwei wichtige Kriterien für Ihre Vorbildrolle

Ob Sie wollen oder nicht, Sie sind ein Vorbild für Ihre Kinder. Besonders in den ersten Lebensjahren lernen Kinder sehr viel von ihren nahen Bezugspersonen. Wenn Sie keine Eltern, sondern nahe Verwandte oder ein Freund sind, können Sie trotzdem von einem Kind als Vorbild auserkoren werden. Dazu benötigt es vor allem zwei Kriterien:

  1. Emotionale Bindung
  2. Sympathie 

Eine emotionale Bindung zu einem Kind entsteht, wenn sie liebevoll, zuverlässig, einfühlsam und feinfühlig auf es reagieren. Besonders im ersten Lebensjahr haben die Bezugspersonen – in den meisten Fällen die Eltern – eine entwicklungsstabilisierende Bedeutung für ihre Kinder. Aber wie schon erwähnt, kann auch zu einer anderen Vertrauensperson eine enge Beziehung entstehen, in der das Kind viel lernt und sich weiterentwickelt. 

Von fremden Personen lernen Kinder hingegen nicht gerne, da keine emotionale Beziehung besteht und diese Menschen so nicht als Vorbilder akzeptiert werden. Gleiches gilt für Personen, die auf ihr Kind „unsympathisch“ wirken.

Kinder lernen von Ihnen Werte und Gefühle

Wenn Sie nun von einem Kind zum Vorbild „befördert“ wurden, geschieht Lernen ganz nebenbei, da sie nämlich an Ihrem Modell lernen.

So eignen sich die Kleinen den Umgang mit anderen Menschen, Tieren und der Natur an – einfach, indem sie nachahmen. Genauso verhält es sich mit den Werten, die Sie leben oder nicht leben.

Auch Gefühle sind nicht angeboren, sondern müssen erlernt werden. Ist Ihr Kind zum Beispiel traurig, weil ein anderes es ihm das Spielzeug weggenommen hat, können Sie sich auf Augenhöhe begeben und die aufkommenden Gefühle verbalisieren: „Ich verstehe, dass du traurig/wütend bist.“ So entwickeln sich kognitive Verknüpfungen im Gehirn und Ihr Kind kann nach und nach Gefühle einordnen und Situationen zuordnen. So lernt es auch mit Gefühlen umzugehen. 

Sie stehen also im Prinzip 24 Stunden unter Beobachtung! Doch keine Sorge, Sie müssen nicht  den ganzen Tag perfekt sein! Kinder lieben bedingungslos und selbst wenn etwas nicht so läuft wie geplant, können Sie dies für ein positives Erziehungsbeispiel nutzen. 

Sie haben zum Beispiel versprochen, dass es heute Abend zum Spielplatz geht aber schaffen es nicht zeitlich? Erklären Sie es Ihrem Kind und beziehen Sie es partizipativ in den weiteren Tagesablauf ein. Wenn Sie mit brenzligen Situationen und Problemen positiv umgehen, ergibt sich für Ihr Kind daraus ein möglicher Lerneffekt. 

Vorbildfunktion im Umgang mit Finanzen

Gleiches gilt natürlich auch für den Umgang mit Finanzen. Wenn Sie Ihr Geld zum Fenster rausschmeißen, sich im Laden zu stark von Marketing beeinflussen lassen und zig Sachen kaufen, die nicht auf Ihrem Einkaufszettel standen, werden sich auch Ihre Kinder diese Verhaltensweisen aneignen. Wie Sie aber ein besseres Finanzvorbild für Ihre Kinder sein können, lesen Sie in unserem Artikel, in dem wir auch fünf Tipps für Sie parat haben!