Selbstwertgefühl bei Kindern gezielt fördern + Alltagstipps

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In diesem Artikel möchten wir dir zeigen wie du das Selbstwertgefühl bei Kindern gezielt fördern kannst. Dazu thematisieren wir

  • Was Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl bedeutet
  • Wie der Selbstwert durch tägliche Interaktionen mit dem Kind entsteht
  • Tipps zur Unterstützung eines positiven Selbstwerts
  • Tägliche Herausforderungen gemeinsam meistern + Tipps
  • Zusammenhang von Selbstwert und Erfolg

Was bedeutet Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl? 

In der Philosophie handelt es sich beim Selbstbewusstsein um das „bewusst sein“ über sich selbst. Der Mensch nimmt sich selbst also als denkendes Wesen wahr. 

Doch nicht nur das. Er steht dazu, wer und wie er wirklich ist mit all seinen Gedanken und Gefühlen. Wenn du dich selbst in irgendeiner Form verleugnest oder schämst, schadest du deinem Selbstbewusstsein

Als selbstbewusster Mensch, musst du dich nicht für deine Interessen und Gefühle schämen! Im Gegenteil: Steh zu dir selbst, denn diese Einstellung bildet die Grundlage für ein gesundes Selbstwertgefühl

Hierbei ist der Mensch von seinen eigenen Fähigkeiten und seinem Wert als Person überzeugt. Das Selbstbewusstsein wird umgangssprachlich immer verwendet aber eigentlich handelt es sich um ein ausgeprägtes Selbstwertgefühl, das sich vor allem in einem selbstsicherem Auftreten ausdrückt – also in Selbstvertrauen

Ein positives Selbstwertgefühl bedeutet auch, dass wir ein Recht darauf haben, glücklich zu sein und das auch einfordern. Wir kennen unsere Fehler und Bedürfnisse und respektieren sie. Diesen Respekt können wir auch von anderen verlangen. 

Und genau diese Einstellung ist entscheidend für das komplette Leben!

Da wir uns aus entwicklungspsychologischer Sicht an das Thema angenähert haben, werden wir nachfolgend auch nur noch vom „Selbstwert“ schreiben. Wir sehen in ihm die Grundlage für das Selbstbewusstsein und das Selbstvertrauen. 

Die Entstehung des Selbstwerts durch tägliche Interaktionen mit dem Kind

Es lässt sich nicht leugnen, dass wir Menschen alle soziale Wesen sind. Anerkennung und Respekt von anderen Menschen bilden die Grundlage für ein gesundes Selbstbewusstsein und sind unverzichtbar für unser Selbstbild.

Schon im Alter von 0 – 3 Jahren entwickelt sich der Selbstwert eines Kindes. Dies geschieht durch die täglichen Interaktionen mit deinem Kind, die bei den Kleinen im „inneren Arbeitsmodell“ gespeichert werden.

Ein Beispiel: Wenn ich weine, kommt Mama und tröstet mich. 

Dieses typische Muster mit der Bezugsperson wird nach mehrmaligen Wiederholungen im Gehirn als zukünftige Interaktion verankert. Nach und nach ergeben diese vielen täglichen Zusammenspiele ein Gesamtbild, das sich im späteren Leben nur schwer verändern lässt. Das „innere Arbeitsmodell“ enthält Vorstellungen wie akzeptabel man in den Augen der anderen ist. Dies wiederum senkt oder hebt natürlich den Selbstwert. 

Wenn du dich näher für die jeweiligen Entwicklungsschritte von Kindern interessierst, haben wir interessante Informationen für dich. Sie behandeln unter anderem auch die Entwicklung des Selbstwerts genauer und sind in die verschiedenen Altersstufen aufgeteilt: Entwicklungsschritte von Drei- bis Sechsjährigen, Sechs- bis Zwölfjährigen und Zwölf- bis Fünfzehnjährigen.

In dieser Altersspanne von 0 bis 3 Jahren gibt es aufjedenfall mehrere Tipps wie du dein Kind bei der Entwicklung eines positiven Selbstwerts unterstützen kannst.

Kind baut Lego und steigert durch Ausprobieren seinen eigenen Selbstwert
Ausprobieren und über sich selbst hinauswachsen

Wie du dein Kind bei der Entwicklung eines positiven Selbstwerts unterstützen kannst

Die nachfolgenden Tipps bilden eine grundlegende Haltung, die für die Entwicklung eines positiven Selbstwerts unabdingbar sind. Sie sind vor allem in den ersten drei Lebensjahren äußerst wichtig, da du für dein Kind die ganze Welt bist, aber auch über dieses Alter hinaus sollten sie praktiziert werden. 

Drei Tipps für die Entwicklung eines positiven Selbstwerts deines Kindes 

  • Sei zuverlässig! Und kontinuierlich für dein Kind da. Reagiere bspw. auf das gleiche Verhalten nicht heute freudig und morgen genervt. Emotionale Stabilität ist besonders wichtig für den gesunden Selbstwert des Kindes. Da die Kleinen ihre Gefühle noch nicht selbst regulieren können, sind sie auf dich angewiesen. Gehe lieber gedanklich und emotional einen Schritt zurück und schnaufe durch, bevor du gegenüber deinem Kind reagierst. 
  • Sei empathisch! Durch die elterliche Intuition hast du im Normalfall eh eine sehr gute Verbindung zu deinem Kind und kannst auf die individuellen Bedürfnisse gezielt eingehen. Es wird aber auch Zeiten geben, in denen dir das Wasser bis zum Hals steht und du einfach nicht empathisch sein KANNST. Nimm dir deswegen 10 Minuten am Tag, in denen du bspw. meditierst oder dir einen entspannenden Podcast anhörst. Du bist mehr als nur Mutter oder Vater. Schau auf dich, dann klappt es auch gleich mit dem Einfühlungsvermögen besser!
  • Sei liebevoll! Tritt einen Schritt mit deinen Erwartungen zurück und werde dir immer wieder bewusst, dass du für dein Kind in den ersten Lebensjahren die ganze Welt bist! Dein Kind ist eine Pflanze, die langsam wächst, wenn man sich behutsam und liebevoll um sie kümmert. Das braucht Zeit, also bleib geduldig und liebevoll zu dir selbst und zu deinem Kind. Natürlich auch gegenüber dem Partner! 😉 

Es geht immer darum, dass du eine positive Beziehung zu deinem Kind aufbaust! Es soll das Gefühl der Geborgenheit vermittelt bekommen und dass du gerne Zeit mit deinem Kind verbringst. Zeig dazu ruhig deine Gefühle, drücke deine Gedanken aus und höre deinem Kind aufmerksam zu. 

Soweit, so gut. Im nächsten Teil erfährst du, was Herausforderungen mit dem Selbstwert zu tun haben und wie du auch hier deine Kinder unterstützen kannst. 

Tägliche Herausforderungen gemeinsam meistern

Vorab sei zu erwähnen, dass es hier um Unterstützen geht und nicht um Eingreifen! Dein Kind macht schon seit der Geburt rasante Fortschritte und stößt dabei immer wieder auf neue Herausforderungen. Es will Laufen, die Welt erkunden und fällt dabei zuerst immer wieder auf den Po. Bei diesem Prozess kannst du dein Kind liebevoll, emphatisch und zuverlässig unterstützen. Es wird aber nicht schneller Laufen lernen, wenn du verängstigt hinter deinem Kind stehst und die Arme ausstreckst und bereit bist es aufzufangen. Im Gegenteil! So kann dein Kind schnell den Eindruck bekommen, dass es ohne Hilfe nicht in der Lage ist sich weiterzuentwickeln. Das kann sich negativ auf den Selbstwert auswirken. 

Was du nun bei kleinen und großen Herausforderungen aber tun kannst, haben wir nun wieder für dich zusammengetragen:

Tipps wie du dein Kind bei Herausforderungen unterstützt 

  • Freu dich über Erfolge: Passe deine Erwartungen bitte an und biete Hilfe dort an, wo sie benötigt wird. Hebe das Positive im Tun deines Kindes hervor.
  • Fördere die Selbstmotivation: Indem du gezielt lobst, anstatt konkret zu belohnen. Statt einfach zu sagen „Das ist gut“, erwähne die Mühe, die sich das Kind gemacht hat und seine ganz besonderen Leistungen. Kunstwerke können z.B. aufgehängt werden. 
  • Unterstütze die Freiheit des Kindes: Eigene Entscheidungen geben dem Kind das Gefühl von Kontrolle über sein eigens Leben und das fördert Verantwortungsbewusstsein. Wenn das Kind noch nicht in der Lage ist selbstständig zu entscheiden, übertrage Teilaspekte. Dein Kind kann z. B. entscheiden in welcher Reihenfolge bestimmte Aufgaben erledigt werden sollen.
  • Emotionen bestätigen: Akzeptiere starke Gefühle des Kindes und schlage konstruktive Möglichkeiten vor, mit ihnen umzugehen. Ist das Kind im Selbstwert gekränkt, reagiere tröstend und einfühlend. Gleichzeitig ist eine realistische Einschätzung zu vermitteln, sodass sich dein Kind unterstützt und sicher fühlt.

Wir hoffen, dass für dich ein paar neue Tipps dabei waren. All diese Faktoren und Handlungsweisen tragen bei der Formung des Selbstwerts bei. Er ist nicht nur entscheidend für ein selbstsicheres Auftreten, sondern auch für den späteren Erfolg ihres Kindes. Warum das so ist? Das möchten wir uns nun genauer anschauen. s

Selbstwert gezielt fördern durch Empathie, Liebe und Freiraum.
Selbstwert gezielt fördern durch Freiraum

Wie der Selbstwert und (finanzieller) Erfolg zusammenhängen

Ein positiver Selbstwert ist unabdingbar für ein erfolgreiches Leben, denn wer beispielsweise schlecht über sich selbst denkt, zieht dementsprechend auch Schlechtes an und seien wir ehrlich: Möchtest du mit jemanden Zeit verbringen, der die Negativität in Person ausstrahlt und dich runterzieht?

Genauso verhält es sich mit Erfolg und dem Geld

Wie eingangs beschrieben, fordern Menschen mit einem ausgeprägten Selbstwertgefühl ihr Glück ein. Sie lassen sich von nichts und niemanden herumschubsen. Sie stehen zu ihren Schwächen und kennen ihre Stärken. Diese setzen sie auch ein. In Kombination mit einer ausgeprägten Fähigkeit zur Selbstreflexion, lernen sie auch aus ihren Fehlern und entwickeln sich kontinuierlich weiter. Hindernisse und kleine Niederlagen nehmen sie nicht persönlich und beziehen sie nicht auf ihren Selbstwert! Das macht den Unterschied!

Reagierst du zum Beispiel immer negativ auf die Leistungen deines Kindes in der Schule oder im Sport, vermittelst du dem Kind ganz unterbewusst das Gefühl von fehlender Intelligenz oder Begabung. Was lernt es also? Wieso anstrengen, wenn ich eh nie Erfolg haben werde? Diese täglichen Interaktionsmuster werden sich bei deinem Kind verankern und durch das ganze Leben ziehen. Aus diesem Grund ist es umso wichtiger, dass du dein Kind bei der Entwicklung eines positiven Selbstwerts unterstützt und ihm Raum bietest! 

Raum, in dem sich dein Kind selbst entfalten und immer wieder aufs neue selbst motivieren kann, die eigenen Grenzen zu verschieben!

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