Bereits im frühsten Kindesalter können wir die Grundsteine für ein gesundes Selbstbewusstsein und eine ausgeprägte Reflexionsfähigkeit legen. Hier erfahren Sie fünf Tipps! 

Grundsteine für die Reflexionsfähigkeit legen

Wie im Artikel „Reflexionsfähigkeit“ erläutert, entwickelt sich durch die Selbstreflexion unter anderem die Fähigkeit sich seiner eigenen Bedürfnisse, Stärken und Schwächen bewusst zu werden. Dieser Perspektivwechsel erfordert im Erwachsenenalter aber auch ein gewisses Maß an Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen. Diese beiden Grundsteine lassen sich aber bereits schon im frühsten Kindesalter legen, wodurch später die Entwicklung der eigenen Reflexionsfähigkeit erleichtert wird. 

Nachfolgend werden wir fünf pädagogische Tipps für das Alter ab 2 Jahren geben, die an die Entwicklungspsychologie und an die Praxis angelehnt sind.

Glühbirne mit Holzhintergrund
Reflexionsfähigkeit

Fünf Tipps für die Grundsteine der Selbstreflexion ab 2 Jahren

Aus entwicklungspsychologischer Sicht, machen die Kinder zu dieser Zeit starke motorische Fortschritte und entdecken neugierig ihre Umwelt. Zudem entwickelt sich langsam das eigene „Ich-Bewusstsein“ und das Kind nimmt durch Rückmeldung die Umwelt wahr. 

Tipp 1:  Geben Sie Ihrem Kind verschiedene Auswahlmöglichkeiten ohne es zu überfordern!

(z. B. Möchtest du heute Buch A oder Buch B anschauen? Zur Veranschaulichung verknüpfen Sie am besten die Kommunikation mit dem plastischen Gegenstand.)

Gefördert wird: Partizipation, „meine Meinung ist wichtig“, individuelle Wünsche erkennen, Selbstvertrauen

Tipp 2:  Besprechen Sie mit Ihrem Kind wiederkehrende Ereignisse!

(z.B. Wie ist das Wetter heute? Regen? Sonne? Wind? Wolken? Auch hier ist eine bildliche Veranschaulichung von Vorteil. Im Umkehrschluss können mit älteren Kindern auch verschiedene Punkte ausgeschlossen werden -> Heute ist es stark bewölkt. Die Sonne versteckt sich hinter den Wolken -> Es ist nicht sonnig.)

Gefördert wird: Partizipation, Sprache, neuronale Verknüpfungen im Gehirn, Selbstvertrauen, Reflexionsfähigkeit 

Tipp 3:  Reflektieren Sie aufkommende Emotionen mit Ihren Kindern!

(z.B. Das Kind weint, weil ein anderes ihm das Spielzeug weggenommen hat. Gehen Sie auf Augenhöhe zu Ihrem Kind und reflektieren Sie die entstandenen Gefühle: „Ich verstehe, dass du traurig/wütend bist, weil X dir das Spielzeug weggenommen hat. Willst du zu X gehen und mit ihm reden?“)

Gefördert wird: Wahrnehmung und Einordnung einfacher Emotionen, Reflexionsfähigkeit, individuelle Ausdrucksfähigkeit, Selbstvertrauen

Tipp 4:  Lassen Sie Ihre Kinder ihre Umwelt frei explorieren! 

(z.B. Greifen Sie nicht ein, wenn ihr Kind scheinbar „nichts“ macht. Es muss nicht immer das vorgefertigte Spielzeug sein. Kinder erforschen neugierig und experimentierfreudig ihre Umwelt mit alltäglichen Gegenständen und bilden so ihre individuellen Stärken und Schwächen aus.)

Gefördert wird: Selbstwahrnehmung, neuronale Verknüpfungen im Gehirn, Selbstbewusstsein 

Tipp 5:  Gehen Sie auf die individuellen Interessen Ihres Kindes ein!

(z.B. Ihr Kind bewegt sich sehr gerne? Es schaut sich gerne Bücher an? Kommen Sie diesen individuellen Bedürfnissen nach.)

Gefördert wird: Selbstakzeptanz „Ich bin ok, so wie ich bin“, Selbstvertrauen, Bedürfnisswahrnehmung, individuelle Stärken, Bindung