Mit Wunschdosen für Kinder intelligent Sparen lernen

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In unserem vorangegangenen Artikel haben wir dir das automatisierte 3-Konten-Modell vorgestellt. Nun möchten wir dir zeigen wie du dieses intelligente System auch deinen Kindern näher bringen kannst! Dies gelingt mit Wunschdosen.

Die kindgerechte Art des 3-Konten-Modells 

Deine Kinder haben sicherlich Wünsche, oder? Um für den Nachwuchs aber ein finanzielles Vorbild zu sein, ist es wichtig, dass du ihnen die Endlichkeit des Geldes beibringst. Außer du hast einen Topf zu Hause, der immer wieder neues Geld produziert! 😉 Die Wunschdosen eigenen sich dazu hervorragend als Einstieg!

Damit deine Kinder also nicht ihr ganzes Taschengeld oder all die Geldgeschenke von Oma und Opa auf einmal ausgeben, kannst du mit ihnen verschiedene Dosen basteln, an die Wünsche und Träume geknüpft sind. Ähnlich wie beim 3-Konten-Modell, aber mit einem weitreichenderen Lerneffekt! 

Vorteile von Wunschdosen

  • Kinder lernen intelligent zu sparen.
  • Ein disziplinierter Umgang mit Geld wird von Anfang an eingeübt.
  • Durch den haptischen Umgang mit Geld, wird der Einstieg in die abstrakte Finanzwelt erleichtert.

Ihr habt die Wunschdosen nun gebastelt? Wunderbar! Dann kann es ja richtig losgehen! 

Wie Kinder mit Wunschdosen sparen können 

Übersicht über eine Spardose, Wunschdose und Spaßdose. Angelehnt an das 3-Konten-Modell
Wunschdosen angelehnt an das 3-Konten-Modell

Wie du sehen kannst, haben wir in unserem Beispiel eine Spardose, eine Wunschdose und eine Spaßdose mit Geld zur freien Verfügung. Dieses System ist wieder angelehnt an das 3-Konten-Modell für uns Erwachsene (Basiskonto, Sparkonto, Spaßkonto). Da Kinder aber keine fixen Kosten haben, die bei uns auf das Basiskonto eingehen, kann dieser Bereich mit einer Wunschdose ersetzt werden. Das macht auch mehr Spaß! 😉 Wichtig ist nur, dass die Kinder das Prinzip mit Freude und Begeisterung verinnerlichen. 

Soweit, so gut! Doch wie soll das Geld aufgeteilt werden? Dazu ein Beispiel

Dein Kind ist 9 Jahre alt. Ein Blick in die Taschengeldtabelle verrät uns, dass es wöchentlich ungefähr 3 Euro Taschengeld bekommt. Das sind im Monat 12 Euro. Bei einem Besuch bei Oma und Opa bekommt es am Ende des Monats nochmal 10 Euro. 

Also sind es im August 2019:

Taschengeld 12 Euro

Geldgeschenk 10 Euro 

——————————

22 Euro 

Gehen wir nach der 50 – 30 – 20 Regel, die im Idealfall an das 3-Konten-Modell angelehnt ist, dann würde die Aufteilung des Geldes je Dose wie folgt aussehen:

  • Spardose 11,00 Euro
  • Wunschdose 6,60 Euro
  • Spaßdose 4,40 Euro

So könnte eine mögliche Aufteilung der Dosen aussehen. Wie genau ihr das handhaben wollt, bleibt natürlich euch überlassen. In unserem Beispiel haben wir auch das komplette Geld für einen Monat zusammengefasst und erst am Schluss eingezahlt. Sinnvoller ist es jedoch, das Geld immer gleich nach Erhalt einzuteilen. So wird ein größerer Lerneffekt erzielt. 

Ab welchen Alter sind Wunschdosen sinnvoll? 

Wie du in unserem Beispiel sehen konntest, ist ein wenig mathematisches Verständnis notwendig. Aus diesem Grund empfehlen wir mit 9 – 10 Jahren mit diesem System anzufangen. In der Regel ist die kognitive Entwicklung in diesem Alter schon soweit ausgereift, das ein gutes Verständnis vorhanden ist. Du kannst auch zu diesem Thema auch gerne einen Blick in unser „1×1 der kindlichen Entwicklung“ werfen. Da haben wir alle wichtigen Entwicklungsschritte der Mittleren Kindheit aufgezeigt. 

Da jedes Kind aber ganz individuell ist, empfiehlt es sich trotzdem die Einteilung erst einmal gemeinsam durchzuführen. Ein behutsame Begleitung, die trotzdem Freiraum zum Experimentieren bietet, ist auch in diesem Bereich sehr wichtig. Nur so entwickeln die Kinder eine positive Einstellung über ihre Selbstwirksamkeit und natürlich zum Geld.

Wie kann ich mein Kind weiterhin finanziell bilden?

Wissen aus der Finanzwelt 

Wichtig ist, dass deine Kinder sich weiterhin mit Begriffen aus der Finanzwelt vertraut machen. Hier können wir auf unsere Buchempfehlungen für Kinder verweisen, die wir uneingeschränkt empfehlen können. 

Bankkonto eröffnen 

Ist das „Wunschdosensystem“ erst einmal verinnerlicht, kannst du gemeinsam mit deinen Kind ein Bankkonto eröffnen. Das System mit den Wunschdosen kann trotzdem beibehalten werden. Spielt einfach herum und variiert es in Kombination mit dem Bankkonto. Vielleicht dienst das Konto nun als „Sparkonto“ und dein Kind hat zwei große Wünsche. Dann könnte das System wie folgt aussehen: 

Übersicht über Bankkonto, Wunschdose 1, Wunschdose 2 und Spaßdose. Angelehnt an das 3-Konten-Modell.
Wunschdosensystem ergänzt mit einem Bankkonto

Ein weiterer Blick in die Taschengeldtabelle zeigt uns, dass es mit zunehmenden Alter auch mehr Geld für die Kinder gibt. Vielleicht haben deine Kinder auch schon weitere „Einnahmequellen“ wie das Zeitung austragen gefunden. Die Aufteilung mit einem zusätzlichen Konto hat also Hand und Fuß und ist dem Alter pädagogisch und entwicklungspsychologisch angepasst. 

Testet euch ohne Zwang und Druck einfach aus und habt Spaß im Umgang mit dem Geld! 

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