Vielen Dank an Carlos von beyondsaving.de, der für uns diesen fundierten Artikel zum Thema “Kinder den Umgang mit Geld lernen” geschrieben hat. Er hat sechs ausgezeichnete Tipps für euch parat, die euch garantiert weiterhelfen. Mehr von Carlos und seiner Mission erfährst du am Ende dieses Artikels! Viel Spaß beim Lesen und Umsetzen!

Du möchtest, dass deine Kinder in der Zukunft in der Lage sind den Umgang mit Geld zu meistern? Dann bist du hier genau richtig. In diesem Artikel stellen wir dir sechs bewährte Tipps vor, mit denen du bei deinen Kindern frühzeitig ein gesundes Money Mindset aufbauen kannst.

Je früher, desto besser

Je früher du anfängst das Thema „Geld“ in die Erziehung zu integrieren, desto besser. Eine Studie der Universität Cambridge hat gezeigt, dass Kinder bereits im Alter von 7 Jahren ihre Geldgewohnheiten entwickeln und dass sie sich die Gewohnheiten der Eltern ganz genau abschauen.

Mit einer bewussten Einstellung kannst du deinen Kindern einen finanziellen Vorsprung verschaffen.

„Kinder entwickeln finanzielles und wirtschaftliches Verständnis,

wenn sie “persönliche wirtschaftliche Erfahrungen” machen.

Zum Beispiel beeinflusst Geld, das Kinder kontrollieren, ihr

Lernen. Obwohl es unwahrscheinlich ist, dass Kleinkinder unter

sieben Jahren bereits alle finanziellen Vorgänge zu Hause

verstehen, entwickeln sie dennoch ein begrenztes Verständnis

dafür, warum sie gemacht werden und wie sie entstehen.“

Hier sind unsere sechs wichtigsten Finanz-Tipps, mit denen du deinem Kind das richtige Money Mindset mit auf dem Weg geben kannst:

1. Der richtige Umgang mit Taschengeld

Taschengeld ist der erste Schritt, damit Kinder ihre ersten Erfahrungen im Umgang mit Geld sammeln können: Sparen, bezahlen, haushalten. Symbolisch finde ich es eine schöne Idee, wenn mit dem ersten Taschengeld auch ein Sparschein oder ein anderes Gefäß geschenkt wird, in dem das neue, kostbare Gut sicher verwahrt werden kann. Wenn es mit dem Taschengeld gut funktionieren soll, müssen sich Eltern an klare Regeln halten:

– Taschengeld gibt es regelmäßig und bedingungslos!

Schlechte Noten oder ein unaufgeräumtes Zimmer sind keine Gründe, das Taschengeld zu verweigern. Den abgemachten Betrag gibt es wie besprochen

– Keine Schulden!

Ihr Kind will sich den Lutscher kaufen, hat aber sein ganzes Geld schon ausgegeben? Dann machen sie nicht den Fehler und geben das Geld auf Pump! Es mag zwar verlockend erscheinen, dem Kind die Freude zu machen, aber es lernt, dass ich die schnelle Befriedigung bekomme, ohne an morgen denken zu müssen. Auch Kinder müssen lernen, sich ihr Geld einzuteilen!

– Taschengeld ist Geld des Kindes!

Stofftier, Süßes, Comic. Das Kind darf kaufen was es will (solange es erlaubt ist!) und was es sich leisten kann. So lernt Ihr Kind, Entscheidungen zu treffen und mit den Konsequenzen zu leben. Das fördert sich vor dem Kauf Gedanken zu machen, ob es die Dinge wirklich braucht oder ob nicht. Eine permanente Kontrolle und das Bestimmen der Eltern, was gekauft wird, ist da kontraproduktiv. Es fördert nur die Abhängigkeit und Unselbstständigkeit.

Bonustipps zum Thema Taschengeld

– Fehlkäufe sind wichtig!

Das Kind darf mit dem Geld machen, was es will. Auch wenn es Blödsinn ist oder es um die Ecke billiger zu haben ist. Fehlkäufe regen zum Nachdenken an und erhöhen die Frustrationsgrenze. Lassen sie ihr Kind die eigene Erfahrung machen.

– Weniger ist mehr!

Ein ausreichend hohes Taschengeld fördert den Umgang mit Geld. Zu viel ist hingegen schädlich. Kinder und Jugendliche bekommen sonst das Gefühl, dass immer genug Geld da ist. Zudem verleitet es, bei den Freunden damit anzugeben.

2. Budgetgeld

Die Stufe, die nach dem Taschengeld kommt, ist das Budgetgeld. Es ist die Stufe für Fortgeschrittene. Die meisten haben ab 14 Jahren schon so viele Erfahrungen mit Geld gemacht, dass ihnen mehr Verantwortung übertragen werden kann. Zukünftig werden sie Dinge des täglichen Lebens selbst einkaufen und von ihrem eigenen Geld bezahlen müssen: Kleidung, Schulmaterial, Mobiltelefon. Dafür bekommen sie mehr Budget.

Aber Achtung: Budgetgeld ist keine Taschengelderhöhung. Es ist auch kein Ersatz für Taschengeld. Budgetgeld ist für Alltagsdinge. Taschengeld für Freizeitvergnügen. Das sollten Eltern deutlich mit den Kids festlegen.

Der große Vorteil: Die jugendlichen eignen sich finanzielle Selbstständigkeit im Alltag an. Auch wenn es ihnen Anfangs vielleicht ab und an noch schwerfallen mag, so kommt mit mehr Verantwortung auch mehr Selbstbewusstsein im Umgang mit Geld.

Zusätzlich gibt es auch einen positiven Effekt für Eltern: Sie müssen nicht ständig die Diskussionen führen, ob die Turnschuhe wirklich von der teuren Marke sein müssen oder nicht. Wenn das Geld reicht, dann kann der Junior selbst entscheiden.

Unser Tipp: Ob und wie viel Geld ein Kind von seinen Eltern bekommt, hängt von der finanziellen Situation der Familie ab. Bist du alleinerziehende Mutter von zwei Kindern? Dann musst du nun mal anders haushalten als das Paar mit doppeltem Einkommen und einem Kind. Eltern, die ihren Kindern weniger als empfohlen, oder überhaupt kein Geld zur Verfügung stellen können, müssen sich nicht schämen. Nur ehrlich sein und die eigene finanzielle Situation dem Kind erklären.

3. Das erste eigene Konto, hilft den Geldumgang zu lernen

Irgendwann ist es soweit: Taschengeld, Geldgeschenke oder Arbeitslohn können das Sparschwein daheim schnell sprengen.

Wenn dein Kind schon einige Erfahrungen im Umgang mit Geld gemacht hat, wird es Zeit für das eigene Girokonto. Ab wie viel Jahren das sinnvoll ist, darüber gibt es unterschiedliche Meinungen.

Sicher ist allemal, dass ein eigenes Konto erst funktioniert, wenn die Kids die Zahlen kennen, lesen und schreiben können. Denn den Kontoauszug sollten sie ja selbst verstehen können. Banken verlangen für ein Minderjährigen-Konto keine Gebühren.

Auf was du unbedingt achten solltest

– Bargeld

Was nützt deinem Kind ein Konto, wenn es nur schwer an sein Geld kommen kann? Achte darauf, dass die Bank, ein breites Netz an Bankautomaten anbietet, dass dein Kind kostenlos nutzen kann. Das muss nicht unbedingt die Sparkasse oder Volksbank sein. Einige Direktbanken bieten ihren Kunden an, an jedem Bankautomaten Geld kostenlos abzuheben. So muss dein Kind nicht darüber nachdenken, wo es sich sein Geld holt.

Unser Tipp: Kinder bekommen oft Bargeld geschenkt, zum Beispiel von Oma und Opa. Falls es beim Kinderkonto aber nicht möglich ist, Bargeld kostenlos einzuzahlen, kannst du zu einem Trick greifen. Lass dir das Geld in Bar von deinem Kind geben, zum Beispiel beim Einkauf. Anschließend kannst du ihm den Betrag von deinem Konto überweisen.

– Girokarte

Zum Girokonto bekommt dein Kind auch eine Karte, um Geld abheben oder bezahlen zu können. Das kann eine Girocard (viele kennen diese Karte noch unter ihrem alten Namen: EC-Karte), eine Prepaid Karte oder sogar eine Kreditkarte sein. Aber keine Sorge – auch mit der Kreditkarte bekommt dein Kind keinen Kreditrahmen eingeräumt. Der Grund dafür ist, dass Kinder sich nicht verschulden dürfen. Daher bekommen sie auch keinen Dispo eingeräumt.

– Verfügungsbeschränkungen einrichten

Einige Banken bieten die Möglichkeit an, die Funktionen des Jugendkontos einzuschränken. Zum Beispiel kann festgelegt werden, wieviel Geld am Tag abgehoben werden darf. Auch bei Überweisungen kann es Beschränkungen geben. In den meisten Fällen ist das auch sinnvoll, allein schon zum Schutz bei unbefugtem Zugriff.

– Wem gehört das Geld?

Läuft das Konto auf den Namen des Kindes, dann gehört das Geld auch dem Kind. Obwohl ihr als Erziehungsberechtigte das Konto für euer Kind eröffnet und auch sonst sehr viele Rechte habt, ist es nicht mehr euer Geld.

4. Bonus: Das erste Geld verdienen

Taschengeld und Budgetgeld solltest du stets in der vereinbarten Höhe zahlen. Wenn du allerdings immer wieder Geld übers Taschengeld hinaus nachschießt, lernt dein Kind daraus, nicht selbstverantwortlich handeln zu müssen.

Weil Mama oder Papa immer wieder etwas mehr geben als eigentlich vereinbart war. Dein Kind lernt sich auf andere zu verlassen. Im Moment sind es wir als Eltern und Großeltern, später der Staat oder der Arbeitgeber.

Auch wenn du es gut meinst, geholfen wird deinem Kind damit nicht. Es muss lernen, seine finanzielle Intelligenz auszubilden. Ist das Taschengeld alle, muss es selbst aktiv werden.

Ein guter Anfang ist deinem Kind Geld in Aussicht zu stellen, wenn es bestimmte Aufgaben für dich erledigt: Rasen mähen, Auto waschen oder Laub zusammenharken. Achte aber darauf, dass dein Kind die Aufgaben auch erledigen kann und sie weder körperlich zu anstrengend noch zeitlich zu aufwendig sind. Es soll ja keine Kinderarbeit sein.

Wenn dein Kind älter als 13 Jahre ist, kann es mit deiner Zustimmung auch Jobs von anderen annehmen. Auf das Kleinkind der Nachbarn aufpassen, Nachhilfe geben oder Zeitungen austragen sind beliebte Jobs für Heranwachsende. Achte aber auch hier darauf, dass die Bedingungen fair sind und das zeitliche Ausmaß sich mit Schule und Freizeit gut vereinbaren lässt. Maximal 2 Stunden darf es zwischen Schulschluss und 18 Uhr arbeiten. Ist dein Kind zwischen 15 und 17 Jahren alt, darf es zusätzlich bis zu vier Wochen in den Ferien jobben. Das Jugendarbeitsschutzgesetz hält hier genaue Regelungen bereit.

Als Eltern können wir unsere Kinder beim Geld verdienen unterstützen und ihnen dabei helfen, ihre finanzielle Intelligenz auszubilden, anstatt ihnen einfach mehr Geld zu geben.

5. Einnahmen & Ausgaben mit einem Haushaltsbuch

Eigentlich ist es ganz einfach: Geld kommt auf der einen Seite rein und fließt auf der anderen Seite wieder raus – Soll und Haben. Wir als Eltern können unseren Kindern tagtäglich beibringen: Auf der Einnahmen-Seite sollte immer mehr stehen als auf der

Ausgeben-Seite. Das vermeidet Schulden, schlaflose Nächte und Unzufriedenheit. Und wer es hinbekommt, Geld zurückzulegen und gewinnbringend anzulegen, hat gute Chancen auf ein (finanziell) sorgenfreies Leben.

Ein guter Anfang ist, sich bewusst zu machen, wo mein Geld herkommt und wofür es ausgegeben wird. Für dich als Vater oder Mutter gibt es dafür vielleicht schon ein Haushaltsbuch. Hilf deinem Kind, auch ein einfaches Haushaltsbuch zu führen.

Wo kommt mein Geld her? Wo fließt es hin? Gerade am Anfang wird eine solche Aufstellung wahrscheinlich recht übersichtlich aussehen.

Ganz wichtig dabei ist, dass sich dein Kind bewusst macht, wofür es das Geld ausgibt und ob die Finanzen auch reichen. Schnell werden so die größten Kostentreiber identifiziert. Sind diese erkannt, kann gegengesteuert werden:

  • Wird diese Sache wirklich benötigt oder kann improvisiert werden?
  • Bekomme ich das auch gebraucht zu einem günstigeren Preis?
  • Macht der Kinobesuch nicht auch ohne Popcorn Spaß? Auch das Thema Kostenfallen sollest du mit deinem Kind besprechen. Gerade bei Handytarifen, Apps oder Onlinespielen lauern oft ungeahnte Kostentreiber. Schaue dir die Apps genau an, die dein Kind benutzt.

6. Umgang mit Geld spielerisch lernen

Nicht nur im Internet gibt es Spiele, die Kinder und Jugendlichen den Umgang mit Finanzen näherbringen. Das sind meine „Klassiker“:

Kaufmannsladen: Wer kennt ihn nicht? Für Kindergarten und Vorschulkinder steht der Klassiker aller Generationen an erster Stelle: Der Kaufladen. Beim Spielen lernen sie die Zusammenhänge von Angebot, Nachfrage und natürlich einkaufen,
verkaufen. Heute gibt es schon Spielzeug-Kaufläden, wo Kinder mit Bankkarte zahlen und Preise mit Scanner-Kasse buchen können, fast so wie im richtigen Leben.

Monopoly: Auch ein Klassiker, der sich für die ganze Familie eignet. Straßen kaufen, Häuser bauen, Miete kassieren. Wer investiert, der gewinnt. Und der gemütliche Spieleabend ist – trotz PlayStation und X-Box – nicht totzukriegen.

Cashflow (Kinder ab 14): Das Spiel CASHFLOW von Robert Kiyosaki (Autor des Bestsellers Rich Dad Poor Dad) ist eine sehr lustige und experimentelle Lernmethode. Ziel des Spiels ist es, sein Vermögen gut zu verwalten, seinen Verpflichtungen nachzukommen und sich aus dem Hamsterrad heraus zu kämpfen. Am Ende kannst du dir hoffentlich das Leben leisten, das du möchtest.

Börsenspiele: Interessiert sich dein Kind schon für die Börse? Verschiedene Anbieter veranstalten regelmäßig Börsenspiele auch für Judengliche (z. B. planspiel- boerse oder FAZ.NET-Börsenspiel). So kann dein Sprössling selbst Erfahrungen mit

der Geldanlage sammeln, ohne das Ersparte aufs Spiel setzen zu müssen. Manchmal wartet sogar eine Prämie auf den Sieger.

Auch bei Finanzkidz gibt es viele Impulse Kinder den Umgang mit Geld spielerisch näher zu bringen!

Habt ihr noch Tipps wie man Kindern den Umgang mit Geld näher bringen kann? Schreibt es gerne in die Kommentare!

Vielen Dank an Carlos, der diesen ausführlichen Artikel für uns geschrieben hat! Auf seiner Plattform beyondsaving.de dreht sich alles um die finanzielle Bildung. Er unterstützt euch auf eurem Weg zur finanziellen Gesundheit mit Blogartikeln, Interviews und zahlreichen Tools. Auch bei Instagram und Facebook bekommt ihr kostbare Informationen aus dem Finanzbereich, die euch garantiert weiterhelfen!