Finanzielle Bildung von Anfang an

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Bereits im Kleinkindalter ist es für die weitere Entwicklung Ihrer Kinder wichtig, dass erste Grundsteine im Bereich der finanziellen Bildung gelegt werden. 

Jeder Mensch hat Bedürfnisse

Um dies darzulegen, ziehen wir zuerst die Bedürfnispyramide nach Maslow heran. Nach ihm hat jeder Mensch 

  • ein Grund- bzw. Existenzbedürfnis (Essen, Schlafen, Trinken), 
  • ein Sicherheitsbedürfnis (Wohnung/Unterkunft; Schutz vor Gefahren), 
  • ein Sozialbedürfnis (Freunde, Partner, Liebe, Fürsorge)
  • das Bedürfnis nach Anerkennung und Wertschätzung
  • und den Drang nach Selbstverwirklichung

Konsum als Bedürfnisbefriedigung

Alles was darüber hinaus geht, wird als Konsum bezeichnet. 

Die Konsumbereitschaft hängt zum einen von der eigenen Kaufkraft und zum anderen von der eigenen Einstellung ab. Durch den individuellen Konsum in Form von beispielsweise Markenprodukten in den verschiedenen Bereichen, kann die Anerkennung in den gesellschaftlichen Kreisen steigen, da diese bei vielen als Inbegriff für Erfolg gelten. 

Marketing suggeriert bestimmte Anreize, die zum Kauf animieren. Um das Produkt der Begierde zu erlangen, bieten viele Anbieter Kredite und Ratenzahlungen an. 

Wenn das Konsumverhalten jedoch die individuellen finanziellen Einnahmen übersteigt, sehen sich viele nicht selten in einem Teufelskreislauf aus horrenden Schulden und Zinsen wieder. Hervorgerufen kann dieser auch durch Lebenskrisen wie Arbeitslosigkeit oder längerer Krankheit werden. 

Ein Tauschgeschäft mit dem Computer animiert. Tasche gegen Geldschein. Zu sehen sind zwei Hände.
Tauschgeschäft

Das übertriebene Konsumverhalten kann zur Bedürfnisbefriedigung im Sinne der Maslow´sn Pyramide dienen: 

Durch materielle Produkte erhöht sich Anerkennung und Wertschätzung im Freundeskreis. Noch dazu kommt die Illusion, dass man sich in der heutigen Leistungsgesellschaft über Konsumgüter definieren und selbstverwirklichten kann. 

Alles Aspekte, die durch Werbung von außen an den Menschen herangetragen werden. In unserem digitalen Zeitalter werden wir sogar mit ganz individueller Werbung versorgt, da die  personalisierte Online-Werbung unser Surfverhalten analysiert und in Form von Cookies speichert. Wird dieser “Tunnelblick” hinterfragt?

Kinder- und Jugendliche als Zielgruppe und ihre Folgen

Da Kinder und Jugendliche bereits als Zielgruppe gelten, wird die Werbung auch auf die Kleinsten zugeschnitten. Das reicht von der richtigen Produktplatzierung im Geschäft über Werbemethoden durch Fernseh- und Internetprogramme. 

So wird in ihnen ein ständig wachsender Konsumhunger erzeugt, der letzten Endes als Ersatzbefriedigung für fehlende Anerkennung und Bestätigung gesehen werden kann. Konflikte in der Familie werden so möglicherweise hervorgerufen, da sich Ansichten von Kindern und Eltern unterscheiden. Unzählige typische Szenen im Einkaufszentrum können u.a. durch diesen Disput die Folge sein. Der Druck zu konsumieren kann auch zu verstärkten Konkurrenzdenken führen. 

Warum finanzielle Bildung bereits bei Kindern wichtig ist

Bereits im Kleinkindalter werden neuronale Vernetzungen gelegt, die unser Selbstbild und unser Selbstvertrauen formen.

Erhält ein Kind eine fürsorgliche und wertschätzende Erziehung, bei der gemeinsam reflektiert wird, verankern sich diese Muster im Gehirn und neue Verhaltensweisen entstehen.

Es muss auch nicht bei jedem Einkauf ein neues Spielzeug sein! Ein angemessener Umgang mit Geld wird in den wenigsten Elternhäuser gelehrt – ganz abgesehen von der Schule. Wenn das Kind beispielsweise ein neues Spielzeug haben möchte, können gemeinsam Mittel und Wege gefunden werden wie ein altes Spielzeug verkauft wird, sodass Geld für das Neue vorhanden ist. So umgeht man einer Anhäufung von Konsumgütern und lehrt den Kindern gleichzeitig eine partizipative Herangehensweise für Problemlösungen. Dies wiederum wirkt sich durch das Meistern der Aufgabe durch Stolz positiv auf das Selbstwertgefühl und somit auf das Selbstvertrauen aus. Das Kind lernt: Ich kann etwas bewirken! Doch nicht nur das! Schritt für Schritt lernen die Kinder durch die gemeinsame und behutsame Auseinandersetzung mit einem Konsumgut, ob es sich um ihre eigenen Bedürfnisse handelt oder ob diese von außen kommen. 

Um nochmals auf die Bedürnisspyramide zurückzugreifen, geht es auch um Wertschätzung. Macht uns die Quantität oder die Qualität glücklich? Bei einem vollen Kleiderschrank, greifen wir meist zu unserem Lieblingsstück. Bei Kindern ist es ähnlich. Alles was mit Emotionen behaftet ist, hat einen höheren Stellenwert. Wieso also nicht die Wertschätzung übertragen? Es wird sich positiv auf andere Lebensbereiche auswirken! 

Wichtig ist, dass wir als Erwachsene und Eltern auch selbst unser Konsumverhalten und unsere Einstellung zu Geld hinterfragen und den Kindern als gute Vorbilder dienen. Konsum soll kein Trostpflaster für unerfüllte Bedürfnisse sein! Und Geld an sich ist passe nicht schlecht oder gut. Es kommt auf die eigene innere Stärke, auf die Reflexionsfähigkeit, auf das Selbstvertrauen und auf die Fähigkeit zu sich selbst zu stehen an, was wir aus dem Geld machen! 

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